Reisebericht
Cina
Heimatreisebericht
Ich
habe nach vielen Jahren beschlossen in den Iran zu reisen. Ganz langsam fing ich
an, mich meiner Kultur anzunöhern. Eine Kultur, in der ich aufgewachsen bin
und doch mich nicht mehr mit ihm identifizieren kann. Die erste Begegnung ist
im iranischen Botschaft, wo für Wartenden ein Fernseher (mit persisch synchronisierten
Filme) ständig eingeschaltet war. Ach ja! wir und Fernsehen! das ununterbrochen
an ist, das zu einem Herangehen zu Menschen dienen kann, während die gefährlichen
Schweigepausen überbrücken wird...
Danach
hat mich Fernsehen von Flugzeug, in dem Iran, in allen Häuser, bei allen
Besuche, bis zu meinem Rückkehr begleitet.
Danach während ein Taxi
uns nach Hause bringt, bekomme ich mein erster Schock, überholen Rechts,
Links, ständig Hupen, und das auf die ganze Straße, von allem, ohne
ein Unfall! Solche Ereignisse, die ich (im Gegensatz zu preußischer Ordnung)
später immer wieder miterlebte hatten insgesamt etwas Lockeres, Entspanntes
für mich. Ich fühlte kein Druck oder Angst mehr, es geht auch anders
dachte ich," du" bist eingedeutscht!
Die
ersten Tage dient aus schließlich zum kennen lernen, nicht nur die Menschen,
die Städte, Bräuche etc. fast alles hatte sich geändert und doch
manchmal fühle ich, dass sich nichts grundlegend geändert hat außer
den Form.
Viele male hatte ich den Iranern hier erzählen hören,
von ihren Erinnerungen im Iran, die sie mit glänzenden Augen beschrieben,
mit der Sicherheit, dass alles nur einige Flugstunden entfernt ist. Und doch was
ich von Iranern (die länger als ich hier waren) hörte, ließ mich
vermuten, dass all diese Erinnerungen außer in ihren Köpfe nirgendwo
existieren.
Jetzt
gehe ich selbst auf den Fang meiner Erinnerungen:
Wie in meiner Kindheit fing
ich von unseren "Kütsche" an.
Was mir bald ein fällt ist,
dass ich nur Kinder, Alten und Jugendlichen sehe, die in meiner alter, sind nicht
zu sehen (die meisten sind wie ich vielleicht in Ausland). Die Alten kommen mir
gebrochen und oft krank vor, wobei es selbstverständlich ist, dass jemand
ab 50 Dutzende Krankheiten hat.(piri o hesar dard) Anderseits erkenne ich die
Jüngeren überhaupt nicht und muss ständig nach ihren Namen fragen.
Einig sind oder erwarten den Tod. wobei ich auch feststelle ,dass der Tod ein
völlig selbstverständliche, unauffällige und auch teuere Sache
geworden ist.
Die
Stadt (Tehran) ist sauberer und grüner. Verwahrlose Hunde sehe ich überhaupt
nicht mehr aber die Katzen laufen fast Uberall! Auffällig ist auch die Zunahme
der Bettler und die Erweiterung ihre Zonen. Damals war die "Enghelab"
Straße die "unbesagte" Grenze zwischen " reiche "Norden
und "arme" Süden (mit ihrer Stufen, d.h. je nördlicher, umso
reicher und je südlicher, desto ärmer). Dementsprechend sah ich über
die "Grenze" sehr selten Bettler, jetzt sehe ich auf unsere Straße
ja sogar noch nördlicher überall Bettler. Interessant ist, dass der
Staat sich auch daran beteiligt, ich sehe überall Kästen auf der Straßen,
worein man Geld stecken kann. Auf die Kästen stehen "Sprüche"
,wie sehr diese Gelder auf diesseits Gesundheit und auf jenseits Segen bringen
würden. Die Straßenverkäufer sind wie früher da, wobei ich
höre, dass ihre eigentliche Geschäfte nicht die paar Zigaretten und
Seifen vor ihnen, sondern" illegale " sind(nicht Alle!). Auch gibt es
ein neue Art von Läden, Sie verkaufen ausländischen ( vor allem Hygiene
und Kosmetik) Waren. Tehran ist riesig geworden, aber nicht ein "Megastadt",
mir kommt es trotz ihre Größe wie ein "Dorf" vor. Denkt man
an die Zahl der Bevölkerung ( etwa 70 mil.) und an die Zahl der Tehranern
(etwa 15 mil.), muss man wohl annehmen, dass 1/5 der Iranern in Tehran leben!
Irgendwann sehe ich ein Buchstraßenverkäufer, ich hatte hier gehört,
dass man auch viele Bücher, die in "Handel" nicht erhältlich
sind, "illegal" kaufen kann. Mit großer Erstaunen sehe ich ein
Buch von Kasrawi, als ich das Buch schaue, kommt er zu mir und fragt: Ja?? hast
du "schi i - gari"? ja! wie viel? 2000 Tuman. Ohne ein Wort trennen
wir uns. Ich hatte es vor Jahren gelesen und wollte nur sehen ob das, was ich
gehört hatte, stimmt.
Ich hatte das Gefühl, dass die Menschen nach
all den Jahren Tumult, Krieg ,Scud Raketen, Inflation, etc. etc...nur noch leben
wollen ...
Man
raucht nicht mehr auf der Straße und ich fange an, nach kürzer Zeit
schlechtes Gewissen beim Rauchen zu haben. Ich hatte hier in einem Buch von Herrn
Scholl-Latour gelesen: jede 50 Iraner ist süchtig, als ich das erwähne
lacht man mich aus, jede 50? jede 30, jede20!
Das Wetter ist unbeschreiblich!
Damals lachte ich mit meinen Freunden über diese "Europäer":
sie reden immer über das Wetter! Kann man ein Gespräch mit dem Thema
"Wetter" anfangen?!! Erst nach meinem Leben in Deutschland konnte ich
das begreifen...und jetzt ist es vorbei! Immer Sonne, kein Wettervorhersage mehr!
Apropos Wetter, der "Smog" hat erschreckenden Maße eingenommen.
Ich sehe mit "Schreck" manchmal Menschen, die mit einer kleine Gasmaske
auf der Straße laufen, Ich komme mir wie in "1984" vor.
Ich
habe das Gefühl, dass das Leben und die Menschen noch "verschlossener"
noch" introvertierter" geworden sind, ich sehe nicht mehr" das
Leben auf der Straße" . Vormittags sehe ich viele Alten im Parks, offensichtlich
haben sie kein andere "Treff" Möglichkeit.
Ich
gehe vor die tehraner "Uni" hin, wo immer noch das Zentrum von Buchhändler
ist (Tehran war und ist nach "Beruf" unter geteilt) doch die "Atmosphäre"
ist nicht mehr wie früher. In meiner freudigen Vergleich zwischen" Mark"
und "Tuman" will ich ein paar Bücher kaufen, Doch meine kleine
Schwester bremst mich: nein! nein! du sollst feilschen! was? feilschen? in einer
Buchladen? völlig verwirt überlasse ich es ihr, sie feilscht, und das
funktioniert! Ich genieße die lockere, einfache Umgang überall, nur
kein hole "Danke schön, Bitte schön" mehr!
Die"
Massen" der Menschen, die alle schnell laufen (warum?) ist mir nicht mehr
Gewöhnt und machen mir manchmal Angst! Ich "entdecke" Läden,
die nur mein geliebte "Piraaschkie" verkaufen, ich gehe rein und sehe
, dass viel mehr Sorten als früher gibt. Die Uberquerung der Straßen
ist mir riskant und "abenteuerlich" geworden. Ich komme mir manchmal
wie ein "Kind" vor... es ist einfach ein anderes Land. Mein Land und
doch nicht mehr mein Land. Ich bin schon an "rechts stehen, links gehen"
angepasst. Ich sehe natürlich wie ein Iraner aus und genau aus diesem Grund
empfange ich kein Verständnis sondern Erstaunen.
Ich
hatte das Gefühl, irgendwie nicht mehr als "Iraner" behandelt zu
werden. Das ereicht ihre Höhepunkt als jemand "in ihrem Land" (!)
(Deutschland) als Vergleich erwähnt.
Angekommen in "Almaan"
,am Flughafen, merke ich, dass ich keinen Pfennig habe, ich brauche aber für
kürzen Weg bis zur Empfangshalle, wo jemand mich abholt, 1 Mark! Denn es
ist mir unmöglich mein Gepäck zu tragen, ich bin unheimlich müde
und habe viel Gepäck! Soll ich jemanden darum bitten, bis nächste 50
Meter mir eine Mark leihen?! Denn den Arbeiter bei den "Wagenautomat"
scheint sich nicht dafür zu interessieren.
Ich
komme mir wie mein" ersten Stunden" in Deutschland vor.
Auf einmal
erinnere ich mich, genau die selbe Situation bei meiner Ankunft in Tehran gehabt
zu haben, damals habe ich es einen "Behörde" gesagt und er sagte
mir einfach "Sag ihnen, sie sollen dir ein Wagen geben!" Aber ein Blick
auf meine Umgebung, auf die Passagieren, die nur schneller weggehen wollen, macht
mir deutlich, dass ich mich wieder in Deutschland befinde. Zum Glück läst
endlich ein Mitreisender dieses Problem, und "holt" mir ein Wagen. Ich
weiß nicht, wer du warst, lieber Herr! Wo du immer bist, Merci! 1000 mal!
Ich möchte zum Schluss mit einem Zitat von S.Hedayat (Die blinde Eule)
übersetzt von B.Nirumand mein Bericht beenden:
" Sackgasse"
...Nach der Rückkehr in seiner Geburtsstadt war ihm alles sehr eng, beschränkt,
oberflächlich und klein erschienen. Auch die Menschen ihm verbraucht und
ausgelaugt vorgekommen. Alle, die er kannte, hatten ihre Krallen tiefer und tiefer
in den Bauch des Lebens gegraben; ihre Ängste, ihre Gewohnheiten, ihr Aberglauben
und ihre Eigenliebe hatten sich erheblich verstärkt. Manche von ihnen hatten
scheinbar ihre Ziele erreicht und ihre primitiven, oberflächlichen Wünsche
erfüllt...
War er denn nicht selbst ebenfalls alt und träge geworden?...
Vielleicht hatte sich die Welt nicht verändert, vielleicht waren es das Alter
und die Hoffnungslosigkeit, die in ihm den Eindruck erweckten, als h?tten alle
Gegenstände und Menschen ihre Anziehungskraft, die zauberhafte Schönheit
ihrer Jugend verloren...