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Freitag, der 07. Oktober 2022

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Bagh-e Fin - Der Fin-Garten
Frau E. Schmidt

Der Fin-Garten etwa 6 km südwestlich von Kashan gelegen ist einer der am vollständigsten erhaltenen königlichen Gärten im Iran. Er liegt zu Füßen des Kuh-e Karkas an einer Stelle, wo unterirdische Gebirgsquellen an die Oberfläche treten.

Historische Quellen erwähnen die Parkanlage mit Palast und Wohnbauten schon im 10. Jahrhundert. Die erhaltene Bebauung und Bepflanzung entstand unter den safawidischen Herrschern Shah Abbas (1588-1629) und Shah Safil (1629-1722). Im 19. Jahrhundert unter Fath Ali Shah wurde die Parkanlage renoviert und weiter bepflanzt. Die Wasserkanäle wurden mit Marmor eingefasst und es entstanden neue Bauten.

Das räumliche Konzept des von einer hohen Mauer umgebenen Gartens beruht klassisch auf einem Achsenkreuz durch Wasserläufe. Das aus den vier Himmelsrichtungen auf ein Zentrum zulaufende Wasser spiegelt hierbei das im Koran festgehaltene Bild des Paradieses wider. Zusammen mit der üppigen Vegetation entsteht hier ein kühler schattiger Raum, der durch den Gegensatz zum trocken-heißen Klima außerhalb der Mauern noch verstärkt wird in seinem himmlischen Charakter. Neben den in den Beeten stehenden duftenden Obstbäumen, meist sind es Orangen, prägen besonders die dicht gepflanzten wegbeleitenden Zypressen den Eindruck des Gartens: die dunklen, hohen und meist knorrigen Nadelbäume wirken wie eine zweite Mauer im Garten, die nochmals die Geometrie des Raumes betont und gleichzeitig diese Strenge durch die eigenwillige Schönheit ihres Wuchses aufhebt.

Der Palast bildet den Mittelpunkt des Gartens. Im Zentrum des Bauwerks liegt der Kreuzungspunkt der in Nordsüd-Richtung und Ostwest-Richtung verlaufenden Wasserkanäle. Dieser Ort hat besondere meditative Ausstrahlung durch die besonders effektvolle Inszenierung des Elementes durch Licht, Akustik und den Wechsel von Ruhe und Fluss. Im Süden der Hauptachse liegt ein kleines Gartenpalais, wo sich heute ein Teehaus befindet. In der Nähe führt eine Pforte durch die Gartenmauer zu der Quelle, die die Wasseranlagen des Gartens speist.

 

 

 

 

 

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