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Teheran
Elisabeth Schmidt

Historische Entwicklung von Teheran

Teheran, die Hauptstadt des Iran, liegt im Norden des Landes am Rande des Elburz-Gebirges. Naturräumlich wir die Stadt nördlich durch den Berg Towchal, südlich durch die Salzwüste Dasht-e Kavir begrenzt. Die Flüsse Karadj und Djadjrud versorgen sie mit Wasser.
Bedingt durch ihre Hanglage weist die Stadt erhebliche Höhenunterschiede auf (1.200m-1.700m NN). Klimatisch gesehen ist es im Süden wesentlich heißer als im Norden, weshalb sich die bevorzugten Wohngebiete und Regierungsgebäude etc. im Norden, die ärmeren Viertel im Süden der Stadt befinden.

Ursprünglich eine kleine Siedlung mit Obstgärten und unterirdischen Behausungen entwickelte Teheran sich erst unter der Herrschaft der Safawiden zur Stadt mit Zitadelle, Bazar und Befestigungsmauer (1653). Das letzte erhaltene historische Stadttor aus dieser Zeit ist das Bagh-e Meli-Tor (= Tor zum Nationalgarten).
Unter den Qadjaren wurde Teheran 1789 Residenz des Schas und somit Hauptstadt des Landes. Unter Fath Ali Shah (1797-1834) entstanden u.a. die Imam Khomeyni-Moschee und der Golestan-Palast. Die Stadt soll damals nicht mehr als 15.000 Einwohner gehabt haben, die Bevölkerungszahlen stiegen jedoch kontinuierlich an.

Etwa 300 Jahre lang war die Stadt flächenmäßig unverändert geblieben, als Nasir al-Din Schah 1857 die Befestigungsmauer einreißen ließ, um Teheran nach europäisch beeinflussten Plänen zu erweitern. Mit Beendigung der Bauarbeiten für die neue Befestigungsmauer umfasste die Stadt ein fünfmal größeres Gelände.

Jedoch erst in den 1930er Jahren unter Shah Reza Pahlevi veränderte sich das Stadtbild grundlegend: viele alte Viertel mit Lehmziegelbauten wurden im Zuge der Modernisierungsmaßnahmen ebenso abgerissen wie die Befestigungsmauer und die qadjarische Altstadt. Der neue Grundriß war vor allen Dingen durch ein geometrisches Straßennetz geprägt. Die Stadt wuchs schnell; die Einwohnerzahlen entwickelten sich rasant von 210.000 im Jahre 1922 auf bereits 1,5 Millionen in 1956.

In den 1960er und 70er Jahren ließ Mohammad Reza Shah die stetig wachsende Metropole (gegen Ende der Shah-Zeit lebten ca. 7 Millionen Menschen in der Stadt) mit Autobahnen durchziehen ("autogerechte Stadt"). Bis heute ist der Zuwanderungsstrom trotz Sozialprogrammen der islamischen Regierung in den ärmeren Regionen nicht stagniert, die Einwohnerzahl Teherans beträgt fast 12 Millionen.
Gerade letzteren städtebaulichen Veränderungen der Shah-Zeit fielen auch viele (historische) Grünflächen zum Opfer, weswegen Teheran vermutlich dem Vergleich mit Shiraz, Kashan und Isfahan diesbezüglich kaum standhalten kann. In den letzten Jahren wurden jedoch großflächig neue Anlagen und Parks zur Verbesserung des Stadtklimas als auch für die Naherholung angelegt, "so dass Teheran heute noch zu den grünsten Großstädten der Welt gehört" (RASHAD 2000).

 

Reisetagebuch Iran (Teil 1), Teil 2

Habe während der Iran-Exkursion (vom Fachbereich Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung unserer Universität) vom 6.4.-20.04.2002 eine Art Tagebuch geführt. Eine Art insofern als dass ich auf einer Studienreise viel mehr hätte auf die besichtigten Steinhaufen, Paläste und die städtebauliche Situation eingehen sollen. Habe ich aber nicht (dafür gibt es die Ausarbeitungen im Rahmen unserer Ausstellung), sondern es sind viel mehr sehr persönliche Gedanken zu nicht unbedingt immer so sachlichen Dingen wie der Pflanzenwahl in Gärten oder den Proportionen von Palästen.

Sonntag Abend, 07.04.2002, Hotel Eram/Shiraz:

"Wer den Rial nicht ehrt, ist des Tuman nicht wert." (habe sozusagen hunderttausende im Portemonnaie, wir sind alle "Euro-Millionäre", es ist nicht zu fassen...)
"Shiraz - die Sonne brennt, das Kopftuch hält!"
Ja, wir sind angekommen!!! Nach Zugfahrt, Flug, stundenlangem Rumhängen in Teheran mit nächtlichem Spaziergang zum Azadi-Monument, dann wieder Flug, aufregender Taxifahrt zum Hotel, kurzer Ruhepause und anschließendem Stadtspaziergang zur Zitadelle des Karim Khan bzw. durch den Bazar (und das alles ohne wirklichen Schlaf...) sind wir nun richtig hier.
Das erste, was mit so spontan auffällt, ist, dass wir Frauen - so unbeholfen wir mit unseren Kopftüchern zu Anfang in die Maschine von Iran-Air eingestiegen sind - mittlerweile doch recht souverän daran glauben, dass die Dinger auf dem Kopf bleiben. Allerdings zuppel ich immer noch ab und zu dran rum... Irgendwie komme ich mir vor wie die Zwergenfrau mit Kapuze.

"Unsere" Männer tun so, als fühlten sie sich in ihrer Macher- und Beschützerrolle ganz wohl. Markus zum Beispiel ist es, fürchte ich, doch etwas zu Kopf gestiegen: er achtet immer darauf, dass "seine Frauen" korrekt gekleidet und ja nie alleine unterwegs sind. Immerhin haben Anna und ich somit das große Glück, mit einem Mann unterwegs zu sein, dem es nicht peinlich ist, wenn wir draußen rauchen (Problem: smoking in public...). ... Ob ich mich jemals daran gewöhnen könnte, so unselbständig zu sein bzw. im männerdominierten Außenbereich so abhängig vom (wieder nur männlichen) Wohlwollen? Vielleicht übertreibe ich auch in meinen Reaktionen... Allerdings: Anna revoluzzert ständig! Macht Alleingänge in Männer-Cafes, rennt überhaupt alleine rum und raucht Kette, obwohl das sehr unerwünscht ist ("Wer raucht, vergewaltigt die Gesundheit seiner Mitmenschen" - Spruch vom Flughafen in Teheran) - vor allem bei Frauen und ganz besonders in der Öffentlichkeit. Ist wohl auch eher ein Monopol von Männern, moralisch-unbeschadet vergewaltigen zu dürfen. Denn: zunächst wurden wir Frauen überhaupt nicht wahrgenommen von der männlichen Gesellschaft am Flughafen, aber als wir uns eine Zigarette ansteckten, ernteten wir böse Blicke. War ein sehr interessantes Erlebnis! Die Nichtraucherinnen hatten diesen Effekt, wenn ihr Kopftuch verrutscht war. Probleme hatten wir auch, wenn wir uns alleine ohne Mann etwas kaufen oder bestellen wollten. Eine fremder Mann redet nicht mit einer fremden Frau - und fremde Frauen sprechen fremde Männer schon gleich am besten gar nicht an, sondern lassen ihren männlichen Begleiter von ihren Bedürfnissen wissen, der dann zum Beispiel einen Tee für sie herbei managt... Da wirst du echt unsicher! Beziehungsweise wurde ich total unsicher, unsicher und verklemmt: sitzt mein Kopftuch richtig? Ist mein Mantel lang genug? Meine Hose weit genug? Darf ich jetzt was sagen?... Gebt mir bitte den Tschador - ich will mich total verstecken!!!!! Lasst mich eines der schwarzen Taggespenster sein!
Ist ganz schön gemein, wenn du dich als Frau in Kleiderbergen versteckst, während die Männer in ihren knallengen Hosen über die Straßen vor dir herschleichen... Und die sehen gar nicht mal immer so schlecht aus! Allerdings sind die iranischen Frauen definitiv immer hübscher! Wären die Männer nicht so triebgesteuert, würden die Straßen, Parks und Teehäuser heller strahlen von der Schönheit der Weiblichkeit als die 1000-Watt-Glühbirnen in den Bazar-Ständen!
Überhaupt sind die Frauen und die Kinder immer so herzlich und freundlich und offen hier, dass man (als Frau...) sofort Kontakt zu ihnen bekommt. Am Flughafen war mir beispielsweise so langweilig! Ich musste mich beschäftigen. Und was liegt da näher als Kinderbetreuung zu machen? Ich habe mich also auf das Kind einer Frau gestürzt, die offensichtliche Probleme mit ihrer Kopfbedeckung hatte. Und wie unterhielten wir uns dann? Auf deutsch! Unglaublich... Und warum deutsch? Weil ihr Mann in Hamburg arbeitet. Zusätzlich studiert er aber auch in Shiraz Architektur. Sie ist aber erst mal wieder in den Iran zurückgegangen, weil sie in Deutschland kaum Kontakt hatte zu anderen Frauen, nie aus dem Haus rauskam und sich total vereinsamt gefühlt hat. In Shiraz bei der Familie ihres Mannes könnte sie ihr Kind leichter mal abgeben und z.B. arbeiten gehen. Trotzdem wird sie ihren Mann natürlich vermissen und so ganz überzeugt vom Iran ist sie auch nicht gewesen: "Der Iran macht immer Probleme", sagte sie ständig. Ganz lustig fand ich bei unserer Unterhaltung, dass es bei iranischen Familien offenbar auf eine Person mehr oder weniger nicht ankommt: ich wurde sofort für die Zeit unserer Unterhaltung adoptiert, also ständig in die Wange gekniffen, abgeschmatzt, an mir wurde rumgezuppelt (Kopftuch, Mantel, Hose...) und ich wurde vollgestopft, ob ich wollte oder nicht. Und alle redeten auf mich ein - auf farsi! ich kann einfach zu wenige Sprachen ....
Die Flüge waren total langweilig gewesen: es sei denn, man konnte ein bißchen Landschaft durch das Fenster sehen. Das war dann wirklich ein Erlebnis! Diese Landschaft ist magisch! So karg und so majestätisch mit diesen bizarr geformten Bergen: Tafelberge, Kuppen, Kegel, Schollen, Steilkanten,.... in allen Brauntönen... Bin gespannt auf Überlandfahrten!
Die Straßenverhältnisse sind auch ein Erlebnis! Nicht so krass wie ich es mir vorgestellt habe, aber durchaus noch erlebnisreich: Da überholt ein Moped mit drei Mitfahrern zwei Taxis, die Autos überholen sich rechts und links oder durch die Mitte durch, indem sie eine dritte Fahrspur aufmachen ("jede Lücke muss genutzt werden", sagte der Taxifahrer). Zwischendrin laufen noch Leute über die Fahrbahn, obwohl geheizt wird wie Sau! Einen öffentlichen Bus haben wir auch gesehen - und die Frauen saßen tatsächlich gedrängelt im hinteren Bereich... .

Wie toll, dass wir in dieses Land gekommen sind!
(Musste mir erst einmal eine Liste machen, damit ich nichts von dem vergesse, von dem ich erzählen wollte!)
"Ayran am morgen - trage das Kopftuch ohne Sorgen!"
Dieses Joghurtgetränk, was hier gar nicht Ayran heißt, sondern Douk oder so ähnlich, ist echt der Hammer! Wenn du es das erste Mal trinkst, wirst du es widerlich finden: sauer, es bizzelt,... ein besseres Schweppesgesicht kannst du dir nicht denken! Aber das zweite Mal ist es ganz erfrischend und dann wirst du es ständig trinken wollen, weil es verdammt gute Laune macht!

Gott sei Dank sind Anna und ich in einem Zimmer! So können wir wenigstens im Privaten ungestört rauchen! Apropos: ich habe heute meine erste iranische Zigarette gerauchte: Bahman! (come to where the flavour is...) Und zwar tat ich das im Bazar! So ein Verkäufer bot mir eine an mit dem Kommentar "they are lighterrrr." Na klar war sie leichter: war ja auch nur halb so groß, ganz leicht und zierlich, gibt dir aber einen Nikotinstoß, der nicht ohne ist!

Und bevor ich nun wirklich anfange, von den Erlebnissen des Tages zu erzählen, erst noch ein paar Worte zur Liebe:
Wir haben ja einige Pärchen in der Gruppe und eben nicht nur Ehepaare wie die Steffens oder Hassan und Ulla, die offenbar noch schnell vor der Fahrt in Frankfurt zumindest islamisch geheiratet haben. Nein, wir haben sozusagen noch haufenweise "wilde Paare" - u.a. Amir und Melanie. Für die komplett deutschen ist es kein Problem, zusammen ein Zimmer zu nehmen, da sie so automatisch als verheiratet betrachtet werden. Für Amir und Melanie war es allerdings schon schwieriger. Amir und Paul, Melanie und Dina teilen sich jeweils ein Zimmer offiziell, inoffiziell wird wieder hin und her getauscht... So ein bißchen Nervenkitzel macht`s schon spannend. Na ja, ...?
Und dann gibt es ja noch Hermann. Hermann ist eigentlich ein eher unscheinbarer Architekturstudent, der - immer schön in khaki und weiß- sehr nordeuropäisch aussieht, und weil er blonde Locken hat und vermutlich weil er absolute Solidität ausstrahlt, wurde er gleich am ersten Tag von einer dieser bildhübschen Iranerinnen angesprochen und eingeladen... Amir hat gelästert, er hätte einen Heiratsantrag bekommen, und überhaupt waren die anderen Typen bestimmt, glaube ich, ganz schön neidisch! So ganz tabu sind diese Tabus wohl also in der inoffiziellen Praxis doch nicht!
Hm, ich hatte ja erzählt, dass ich schon unsicher bin im Umgang mit den (männlichen) Menschen hier. Vorhin konnte ich das fast vergessen. Die Leute, die wir getroffen haben, haben sich so gefreut! Ständig wurden wir in den Straßen angelächelt und in ein Smalltalk-Gespräch verwickelt, was mit "Hello! How are you?" anfing. Die waren total begeistert, dass junge EuropäerInnen in den Iran fahren!! Es ist aber auch anstrengend, ständig die "Touristen-Attraktion" zu sein. Und eben so ganz eitel Sonnenschein ist es nicht: gerade auch junge Männer sehen einen ganz merkwürdig an, wollen einen festlabern oder äffen dich nach. Ist mir schon unangenehm gewesen, obwohl ich noch nicht mal unter denjenigen war, die im Bazar am Hintern angefasst wurden.

Richtig zum Affen gemacht, haben wir uns heute in der Moschee, die wir besichtigen wollten: dort war nämlich Tschador-Pflicht. Eigentlich kein Problem, nur hatten wir - dank Hassan - die Touristinnen-Tschadors an: sprich weiß mit rosa-blauen Blümchen oder braun mit geometrischen Mustern... Die Iranerinnen laufen in schwarz rum, höchstens mal in dunkelblau..... Kannst dir vorstellen, wie wir aus der Menge hervorgestochen sind - mal wieder! Noch dazu, dass wir das mit dem Tuch um Kopf und Körper wickeln und festhalten nicht so raushatten. So ein Tschador ist nämlich nichts weiter als ein großes im unteren Teil abgerundetes Tuch, das Frau über den Kopf legt, umschlägt, so dass das Gesicht von Stoff umschlossen ist, und dessen Seitenenden vor dem Oberkörper zusammengehalten werden müssen. darunter trägt sie Mantel und Kopftuch, weil dieses Ding ständig droht, weggeweht zu werden, und Frau ja sonst "nackig" dastehen würde. Beide Hände sind also beschäftigt: eine mit dem Zusammenhalten unterm Kinn, die andere mit dem Zusammenhalten vorm Oberkörper. Sehr unpraktisch also. Die Iranerinnen halten den Stoff unterm Kinn deshalb oft mit den Zähnen zusammen, damit sie wenigstens eine Hand zum Tragen von Kind oder Einkauf frei haben. Wir hatten also die Wahl zwischen einer Hand zum Tragen und unserem Mundwerk ... .
Die Reaktionen auf uns waren dabei allerdings durchweg positiv: Alle haben sich sehr gefreut (wenn sie fertig waren mit Totlachen...)! Und wir waren auch fröhlich und guter Dinge, dass wir europäische Frauen nicht nur den IranerInnen eine Freude bereiten konnten, sondern auch unseren Begleitern aus farangi-Land. Wäre echt was für Stefan Raab gewesen: Europäische Studentinnen im Ostereier-Look vor der beleuchteten Kuppel dieser Moschee in Shiraz im Abendrot... Und Anna hat es mal wieder geschafft, im Tschador im (alten) Moscheeinnenhof zu rauchen.
Diese Moschee war auch wirklich ein Traum aus 1001 Nacht! In ihr waren die Mausoleen der Brüder des Imam Reza, die an jener Stelle umgekommen sein sollen. Diese Grabstätten waren eine Pracht aus Gold, farbigem Glas, bunten Kacheln und unzähligen Spiegelmosaiken ...
Der Moscheebesuch war überhaupt eine Erholung gewesen! Obwohl es bisher nicht so heiß ist, wie ich befürchtet hatte, war die Kühle des Ortes sehr willkommen. Die alte Moschee, die kaum noch genutzt wird, ist allerdings extrem sanierungsbedürftig. Und wie schade ist es, dass da bisher noch nicht all zu viel passiert ist! Denn die Raumaufteilung, die Lichteffekte und die Mauerarbeiten waren sehr schön. Schleunigst sollte da was getan werden, zumal es auch die älteste Moschee im Iran ist. Witzig war dort auch die Übungskaaba, wo die zukünftigen Pilgerer für Mekka üben können.

Der Bazar und die Zitadelle waren aber nicht weniger eindrucksvoll. Die Zitadelle hatte einen sehr schönen Orangengarten im Innenhof mit Baum- und Krautschicht und vielen Wasserbecken, ganz klassisch sozusagen. Und der Bazar (untergebracht in einer alten Karawanserei) war auch das, was ich mir unter Orient vorgestellt hatte: dunkle Gänge, bunte Farben, tausend Gerüche, viel zu sehen, viel zu probieren, viel Glitzer und viel Alltag.

Sonstige Bemerkungen über den ausklingenden Sonntag:
z.B. zum Thema Touristen-Attraktion: Giorgio verwirrt mit seinen langen lockigen Haaren die iranische Männerwelt, die Typen fallen fast in die Kanalisation vor Verwunderung, Gekicher und dummen Sprüchen. Ein weiteres Highlight in der Show, die wir den Menschen hier tagtäglich bieten!
Und: in den iranischen Tageszeitungen steht jedes blöde deutsche Fußballspiel drin!

Montag, 08.04.2002, Shiraz

Hm, erst einmal will ich das heutige Programm mal aufführen:
In aller Frühe sind wir gen Persepolis aufgebrochen; Persepolis oder Takht-e jamshid.
Wirklich eine gigantische Anlage mit repräsentativen Hallen und Palästen - Wahnsinn! Und zwar nicht nur aus weltgeschichtlich-politischer Sicht, sondern besonders, wenn man sich vergegenwärtigt, welche künstlerischen und vor allem architektonisch-baulichen Leistungen Persepolis darstellt: riesige Säulenhallen aus wunderschönem Stein, der tiefschwarz glänzt, schleift und poliert man ihn ... Diese unglaublichen Arbeitsanstrengungen können wohl nicht nur auf harter (Sklaven-)Arbeit beruhen. Ich bin der festen Überzeugung, nur tiefe Religiosität konnte alles aus den Menschen rausholen, dass sie so was unmenschlich Großes (immerhin so ziemlich die erste Weltstadt) bauen konnten... Und an Mythologie fehlt es an diesem Ort nun wirklich nicht: Symbole über Symbole, alles scheint einen spirituellen Zweck zu haben (neben der Darstellung des Machtaspekts natürlich, Persien umfasste damals zu Darius` Zeiten immerhin 23 Nationen...). Ornamente aus die Sonne darstellenden Blumen, siebenstufige zinnenähnliche Aufsätze auf Wänden und Einfassungen, die die vier Elemente sowie die zahlreichen Bedeutungen der Zahl sieben bedeuten, mythologische Tiere (Chimären, Zentauren,... und nicht nur mein persönlicher Liebling, der Löwe, der dem Einhorn in den Rücken beißt; was soviel darstellt wie die Vertreibung des Winters durch den Sommer etc.), ... und wunderschöne Menschendarstellungen in Reliefs, die in ihrer künstlerischen Ausführung alles übertreffen, was zumindest ich je gesehen habe.

Danach fuhren wir nach Pasagarde, wo wir neben einem ruinösen Feuertempel und drei ruinösen Palästen noch das Grab von Cyrus, dem Großen, besichtigten.
Ich muss sagen, nach Persepolis war mir nicht so wirklich klar, was an diesen sehr sehr kaputten Steinhaufen so besonderes sein sollte. Es ist wohl mehr die persisch-nationale Bedeutung, die die Menschen dabei in Begeisterung versetzt. Der letzte Shah hat wohl auch hier groß das 2500-Jahre-Perserreich-Fest gefeiert,....na ja. Erinnert man sich auch an die zum Teil sehr unglücklich zusammengesetzten Säulen in Persepolis, so mutet das doch sehr phallisch an. Die großen Männer sind auch nicht mehr das, was sie vielleicht mal waren... .

Auf dem Weg zum nächsten Highlight, der Nekropole von Xerxes (?), hat Hermann (der mit dem Heiratsantrag) jedenfalls erst einmal kotzen müssen. Schicksalhafterweise hat er mir gegenüber gesessen ... War aber alles halb so schlimm, denn die kurdische Hose, die Hassan in einem Straßendorf für ihn erstanden hat, hat uns über den Geruch, der den Bus erfüllte, dann doch hinweggetröstet. War zu schön: der dünne, superdeutsche Hermann in einer beigen kurdischen Pumphose aus persischer Kunstseide!
Die Nekropole war dem Zarathustra-Kult geweiht, was so viel bedeutet wie Symbolik über Symbolik, Reliefs und Anahita-Firetemple... Dieser Ort war besonders! Und das lag nicht nur an den sehr beeindruckenden, kreuzförmigen Felsengräbern mit diversen Reliefs, in denen die Höhepunkte im Leben der begrabenen Herrscher dargestellt worden waren. Nein, die Lage des Ortes war sehr mystisch: die Gräber befanden sich an einer Steilkante in Flussnähe, eingebettet in eine riesige Flussebene, die begrenzt war von großen Tafelbergen. Wenn das kein Kraftort ist!?
Vielleicht auch mal ein paar Worte zum Zarathustra-Kult an sich (soweit ich was dazu sagen kann):
Zarathustra war ein Typ offenbar ungewisser Herkunft (habe mittlerweile gehört, er käme aus Ray), der auf seinem Kamel durch die Gegend ritt (das heißt auch sein Name übersetzt), um die Menschheit vom Monotheismus zu überzeugen. Heilig waren nach diesem Glauben, die dann auch Staatsreligion wurde, an Landschaftselementen besonders die Berge, da sie dem Himmel am nächsten waren (sounds familiar?). Die vier Elemente wurden geehrt und finden sich in jedem Tempel wieder: Wasser (daher die Flussnähe der Tempel), Erde, Luft und Feuer (das ewige Feuer wurde im dunkelsten Raum des Tempels aufbewahrt und brennt in den noch bestehenden Tempeln seit Jahrtausenden). Die heilige Stadt der Zoroastrier ist Yazd (wo wir nicht waren). Dort, aber auch an anderen Orten gibt es noch die Totentürme, wo traditionell früher die Leichen aufgebahrt wurden, um von Vögeln gefressen zu werden. Zweck dessen war die Reinhaltung der Elemente. Die Gesellschaft dieser Religion ist ein 4-Kastensystem gewesen ähnlich dem in Indien, aus dem niemand ausbrechen konnte, das also streng eingehalten wurde, was auch in den Tempelanlagen seinen architektonischen Ausdruck fand z.B. in den vier Zugängen zu den weniger heiligen und somit öffentlichen Räumen (das Allerheiligste war allein der Priesterkaste vorbehalten).
Den Gott, dem gehuldigt wurde, nannten sie Ahura Mazda (s. auch Bezeichnung Mazdaismus). Seine Begleiter waren Mitras und Anahita, die mit der Zeit von engelähnlichen Wesen zu Nebengöttern wurden. Anahita, die offenbar in Persien wichtiger war (bei uns: der Sonnenkult des Mitras), war die Göttin des Wassers, der Fruchtbarkeit und des Krieges.

Unser Touri-Führer Hossein ist jedenfalls schwer stolz auf Zarathustra und Persertum; besonders eben auch auf die Weltherrschaftsgeschichte, die (damit verbundene) Multikulturalität, die großen künstlerischen Leistungen, die Beibehaltung der persischen Sprache (trotz griechischer, arabischer, etc. Eroberung) u.s.w.. Nicht dass er damit nicht auch Recht hätte! Nur frage ich mich dabei immer, ob diese Multikulturalität denn tatsächlich zu trennen ist von Unterdrückung, Ausbeutung und Kriegen... War vermutlich nicht zu trennen und goldene Jahre waren Jahre ohne Bürgerkrieg oder flächendeckende Plünderungen...??? na ja, jedenfalls - angeblich weil der iranische König die Botschaft Mohammeds vom Islam nicht ernst genommen hat (der Prophet war ihm unter Niveau... s. auch Kastensystem) - haben die Araber dann in ihren Eroberungszügen sämtliche Paläste und Tempel zerstört, weswegen Hossein sie bis heute kollektiv verabscheut ("die arabs, die arabs...!!!"). Besonders toll fand er daher die Assassinen, die durch politische Morde unter den verhassten Besatzern Angst und Schrecken verbreiteten.
Hossein ist schon ein Typ! Super unterwürfig unserem Prof gegenüber - und uns scheucht er nur durch die Gegend! "get off de bus and take your picture!" Die Gruppe ist ganz schön entnervt von ihm!! Was er erzählt, ist aber gar nicht so uninteressant! Er erklärt z.B. öfters mal den ethymologischen Ursprung von Worten: "de worrd dabirr - do you know wär iit comes frrom? Die artists and de rrriters… and de sound was: dib-dab-dib-dab….dabirrr" oder: "Pasagarde - it is two worrds: pas and garde....blabla...do you underrrstand?" - wenn er dabei nur nicht so brüllen würde!!!

Zur Landschaft, die wir durchfuhren, ist nicht allzu viel zu sagen: beeindruckend. Sehr menschenfeindlich, aber beeindruckend. Wir haben wirklich Glück, dass Frühling ist, denn so sah man immer wieder kleine blaue, gelbe und rote Blumen wie z.B. das hier knallorangene Adonisröschen inmitten von Ödland. Denn so ist das hier: Landwirtschaftlich gibt es Mais, Raps und anderes Getreide, besonders Gerste. Schaf- und Ziegenherden werden über das Land getrieben. Frauen sammeln irgendwelches Wildgemüse in den Wiesen ... Karg und hart also, aber wunderschön.
Dann haben wir noch eigentlich gestern schon eine iranisch-deutsche Familie kennen gelernt. Sie haben in den 1970ern für fast 8 Jahre zusammen im Iran gelebt und sind bereits vor der islamischen Revolution nach Deutschland gegangen, weil der Mann seine Doktorarbeit in Aachen schreiben wollte. Durch die Revolution sind sie nie wieder zurückgegangen und waren zusammen seitdem auch nicht mehr urlaubstechnisch hier gewesen (die Söhne müssten Wehrdienst leisten). In Pasagarde erzählte die Frau uns von den Feiern des Schah, in Persepolis vor einem ehemaligen Palast der Shahfamilie, in dem jetzt Pasdaran wohnen, von der Situation vor Chatami, wo Pasdaran und die Schwestern der Revolution die Menschen (und besonders wieder die Frauen) schikanierten... Jetzt sei es viel angenehmer - kein Aufstand mehr bei Lippenstift oder verrutschtem Kopftuch! Der Mann war weniger optimistisch bei der Einschätzung der aktuellen Situation bzw. der Zukunft. Ihn beunruhigte der seiner Einschätzung nach starke Gegensatz zwischen Regierungspolitik und Volkseinstellung. Er sagte, auch wenn Chatamis Politik liberaler sei als die seiner Vorgänger, so solle man nicht die Majorität der konservativen Kreise in der Staatsführung (d.h. der geistlichen Führung) unterschätzen. Außerdem sei es wahrscheinlich, dass sich mehr und mehr streng revolutionär eingestellte Menschen auf die Straßen begäben - und bei einer 3-Mio-Demonstration würden das Militär und die Pasdaran schon ihre Chance nutzen... Oje,... mich macht es immer so traurig, wenn ich von solchen Menschenschicksalen höre! Egal, welcher politischen Einstellung die Leute sind: nicht dorthin zurückgehen ("und sterben...") zu können, wo man seine Heimat sieht, ist ein schweres Los! Oder nicht so leben zu können, wie man das gerne will... . Dieses Land ist voll von Melancholie!

Dienstag, 09.04.02, Shiraz:

Das Telefon hat um "pandsch-chehel-o-pandsch" (5.45 Uhr) geklingelt. Anna räkelt sich verschlafen "what does it mean?". Ich gähne: "two words: get up!"… In diesem Sinne "salowly…salowly" -
Das war unser Morgen. Völlig Hossein-geschädigt.

Der Tag war dann geprägt von einer langen, langen Busfahrt in den Süden der Provinz Fars: nach Bishapoor und Firuz Abad. Der erste Abschnitt führte hauptsächlich durch Gebirge ... großes Interesse inmitten dieser zwar grandiosen, aber Einöde weckten kleine Steinhaufen, die sorgfältig aufgeschichtet überall auftauchten. Hossein erklärte uns, dass es Orientierungsmerkmale der Nomaden seien, die zusätzlich dazu dienten, Dämonen vom Weg abzuhalten. Es sei Aufgabe der Männer, sich um die Steinhaufen zu kümmern (1). Die andere männliche Aufgabe sei, das Vieh zu hüten (2) und anzuführen (3). Alles andere ist Frauenarbeit ... (Und wir sollten froh sein, keine Nomadenfrau zu sein.). Zwischendurch, wahrscheinlich weil auch Hossein sich mal die Füße vertreten wollte, durften wir kurz aussteigen ("hurry, hurry!"), um ein Foto zu machen: eines vom Mausoleum eines gewissen Saoudi, der irgendein naher Verwandter irgendeines Imam war, eines vom Bergpass ("de gap, de gap!"), den die Perser mit nur zwei Soldaten gegen Feinde (z.B. die arabs) verteidigen konnten (bis die Feinde da nicht mehr durchwollten und lieber drumherum gelaufen sind, was zum Fall des Perserreiches geführt hat...), von diversen Käffern, in denen wir Tee tranken, und von einer (ruinösen) Festung, deren genaue Funktion auch nicht ganz klar geworden ist, die dafür aber ganz hübsch gelegen war.

Irgendwann gegen Mittag kamen wir dann in Bishapoor an.
Den ersten Eindruck erhielten wir beim Überfahren der Brücke: es war eine neue Brücke. Die alte war vom letzten Hochwasser zerstört worden, genau so wie einige noch ältere Brücken, deren Reste vermutlich im Gedenken an die wohl nicht allzu häufigen richtigen Hochwässer auch stehen geblieben waren. Ich werde den Eindruck nicht los, sie haben noch nicht mal den Versuch einer Reparatur unternommen.
Das Dorf lag idyllisch unter Palmen, der Shapur- Fluß plätscherte vor sich hin ... Es war wirklich wunderschön! Aber mit Ruhepause war erst mal nix. Schnell einmal aufs Klo und dann: ab in den Rest des Anahita-Firetemple! Zugegebenermaßen hat sich das auch gelohnt... Das Ganze hatte, ignorierte man Hossein, tatsächlich eine gewisse meditative Wirkung. Nach dem Tempel kamen wir durch diverse ehemalige Palastgänge dann zum Gefängnis des römischen Feldherrn Valerianus, der dort nach seiner Niederlage grausamst misshandelt bis zu seinem Tode dahinvegetierte. Hm. Aufgeheitert wurde dieses düstere Kapitel der Weltkriegsgeschichte allerdings durch den Anblick "unserer" Männer: um sich vor der Sonne zu schützen (sie hatten ja leider keine Kopftücher, die Armen!) hatte jemand Strohhüte für sie besorgt. Das war auch extrem kleidsam... ungefähr so modisch-chic wie Gärtner Poetschke....
Gerne hätte ich mir noch länger die Landschaft angesehen und den Ort sozusagen auf mich wirken lassen, doch Hossein, der aufgehört hatte, aus dem Avestan zu zitieren, mahnte zum Aufbruch. Noch ein rascher Blick auf die monströsen Muschelkalkschollen, die - wie frisch aufgebrochen (wobei: Entstehungszeit vermutlich wie die Alpen)- das Tal scharf begrenzten....- und dann: zum Bus!

Die große Erleichterung kam, als Amir verkündete, wir würden jetzt nur zum Picknicken gehen. Jeder nahm irgendwas mit und so aßen wir an den außer uns menschenleeren Ufern des Shapur. Das war echt nett! Einige planschten im Fluss rum, andere - z.B. ich - aßen lieber gleich was und: wir Frauen durften uns ausziehen! Wie ungewohnt, wenn plötzlich Sonne auf die Arme scheint ... Einige behielten aber ihre Kopftücher an ("stört nicht mehr"). Wem das offenbar sehr imponierte, war Herr Steffen. Der hatte seinen Spaß darin, Frauendekolletes zu fotografieren... (beliebtes Opfer: Anna). Es war wirklich entspannt... bis Amir
"Achtung! Anziehen! Männer! 3 Stück!" rief. Völlig panisch wurden dann Mäntel und Kopftücher wieder angezogen... Was macht frau nicht alles mit...
Auf dem Weg zum nächsten Hauptpunkt fuhren wir nicht mehr so viel durchs Gebirge, sondern mehr übers flache Land. Das war ein ganz guter Kontrast. Statt uns durch enge Gebirgsstraßen zu quetschen, konnten wir mal die unendliche Weite genießen... Weite, die sehr regelmäßig mit Eichen durchsetzt war; sehr musterhaft! Dann folgten Granatapfel-, Tomaten-, Baumwoll- und Dattelpalmenplantagen, Kartoffeläcker und Gersten- oder Haferfelder. Sehr eindrucksvoll fand ich auch immer wieder die natürliche Dynamik der Flüsse und Bäche. Die Menschen, die wir beim Vorbeifahren sahen, liefen schon auch anders rum als die Leute in der Stadt. Die Städterinnen waren immer ganz schick in schwarz oder dunkelblau, die Frauen hier auf dem Land liefen knallbunt rum! Was für tolle Stoffe: giftgrün, leuchtendpink, kanariengelb, mohnrot, türkis... und sie waren gut sichtbar, weil der Tschador ähnlich wie ein Sari getragen wurde. Ich war echt begeistert! Endlich mal Farbe! ... und ich verstand, warum Khorso mir gesagt hat, dass ich, wenn ich blau mit grün kombinierte, aussähe wie eine Kind vom Lande. Aber das war mir danach noch mal mehr egal...

In Firuz Abad gab es den alten Palast und die neue Stadt. Wir besichtigten natürlich den alten Palast mit Firetemple, errichtet an einer Quelle, nun inmitten von Mohn/Gerstefeldern gelegen. Für sein Alter war er tatsächlich sehr gut erhalten. Man konnte drei Stockwerke begehen und die zum Teil sichtbare angeblich originale (...) Wandverputzung nach ägyptischen und assyrischen Vorbildern bewundern. Erstaunlich war, dass ein 30 Meter hoher Kuppelbau noch (fast) unverändert so stand wie er war. Grund dafür war laut Hossein - wie in Bishapoor und Persepolis (...) auch - das Wissen um erdbebensicheres Bauen. Die Steine verschieben sich danach miteinander, auseinander und wieder zusammen. Zusammengehalten werden sie entweder mit Eisenklammern oder einem Spezialkleber aus Zitronen, Wein und Ei. Welches moderne Gebäude wird wohl so lange halten?
Die neue Stadt sahen wir nur im Durchfahren, obwohl es ganz spannend hätte sein können durchzulaufen. Sie ist nämlich sternförmig angelegt, d.h. fünf Hauptstraßen laufen vom Umland auf das Zentrum der Stadt zu. Dazu kamen wir aber nicht, wie gesagt, wir fuhren auf der Straße aus Bandar Abbas wieder Richtung Shiraz.

Die Rückfahrt war wieder einmal sehr Hossein dominiert.
Erst erzählte er uns wieder tolle Anekdoten wie z.B. die, wo ein arabischer Feldherr zu einem Perser sagte: "Tell me! Are you die Iranian donkey or die Iranian cow?" und der ihm antwortete: "Die Iranian cow." Spannend! Ja, aber, was wir natürlich nicht wissen konnten, war, dass: "The donkey is the Muli. The Cow is the wise Mollah. Muli means ssservant. Mollah means masterrrrrrr." Da haben wir dann gleich wieder was gelernt! Und was wir auch noch kennen lernen durften, war eine persische Weise über Yussef und Suleikha, von ihm vorgetragen natürlich. 1 A! Für die Unwissenden: Yussef war sehr attraktiv und Suleikha, die dummerweise eine Ehefrau von Yussefs ägyptischem Chef war, verliebte sich so wahnsinnig in ihn, dass sie ihn unbedingt, selbst mit Gewalt haben wollte. Yussef aber, tugendsam wie er war, wies sie ab. Da startete sie mit ihren Dienerinnen zusammen einen Vergewaltigungsversuch, der aber misslang, weil Yussef vermutlich nicht nur stark im Aussehen, in Glauben und Willen, sondern auch an Muskelkraft war. Der Ehemann hat das natürlich dann irgendwie mitgekriegt und musste einschreiten. Yussef bewies letztendlich seine Unschuld mit Hilfe seines zerrissenen Gewandes. Suleikha entschuldigte ihren Fehltritt vor ihren Damen damit, dass sie Yussefs Unwiderstehlichkeit bewies (s. der Orangenschältest; Ergebnis: alle Frauen, die Y. sahen, schnitten sich die Finger ab...). Tja, und als sie voneinander getrennt waren, wurde S. blind (no comment). Erst der Geruch des Geliebten, den der Wind ihr in die Kammer trug, ließ sie wieder sehen... Filmreif, wirklich filmreif und optimal Hollywood-geeignet, diese alten Geschichten... Sehr romantisch war allerdings Hosseins Geheule nicht, in die Charts wäre er damit auch nicht gekommen... Uwe konterte mit einem Mittelalter-Lied über einen Mann, der nichts mehr hasst als Badehäuser. Was ihn nun dazu bewegt hat, weiß der Himmel! Vielleicht die Sache mit dem Geruch durchs Fenster?

Was Thomas mir dann eben noch erzählt hat, ist aber auch nicht schlecht gewesen und hatte mit Film zu tun:
Sie waren am Vorabend noch in einem zum Teehaus umfunktionierten Hammam gewesen und was ist passiert? Ein Filmteam kam rein und interviewte sie! - und was haben sie gesagt? "Uns gefällt es hier....jaja, sehr schön.....toll" - so 08/15-Sätze halt... hm. Aber sie haben sich ja gut geschlagen, die Kommilitonen, auf Englisch und so und morgen wird es ausgestrahlt! In USA und Europa. Teil 2

 

 

 

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Dienstag, der 21. November 2017